Ursprünge
Die Geschichte Montalcinos samt Umland ist seit jeher eng mit dem Wein verbunden, wie zahlreiche etruskische Keramiken bezeugen, deren Dekorationen in roten und schwarzen Figuren Trinkgelage wiedergeben. Dazu gehören die „Buccheri”, mit ihrer typischen glänzend schwarzen Färbung, aber auch „Oinochoe“ und „Rython“, aufwändig verarbeitete Trinkgefäße, alles außerordentliche archäologische Funde, die uns wichtige Informationen über die Etrusker geben, ein lebensfrohes Volk, in dem die Leidenschaft für Wein stark verbreitet war.

Ein in Chiusa hergestellter schwarzer “kylix” (Weinkelch) mit roten Figuren, der 1868 zusammen mit weiteren zahlreichen Bronzegegenständen in einem etruskischen Grab der Gegend gefunden wurde, stellt den etruskischen Gott Fufluns dar, der dem griechischen Dionysos entspricht, wie er mit einer Menade „Kottabos“ spielt, ein Gesellschaftsspiel, bei dem Wein eine Hauptrolle hat.

In der römischen Epoche verlor der wertvolle Nektar nicht an Bedeutung, im Gegenteil: sein Ruhm verbreitete sich über die Grenzen des heutigen Italiens hinaus, wie wir durch den bedeutenden Historiker Livius wissen, der sich beim Schreiben immer an vielen Quellen orientierte, in diesem Fall an niemand anderem als Fabius Pictor, Cato und Varro. Aus dem 5. Buch seiner “Historiae” erfahren wir von einer Gesandtschaft von Chiusa aus nach Rom, die Hilfe gegen die Invasion der Gallier erbat: In diesem Zusammenhang wird erwähnt, dass dieses Volk die Alpen für die Eroberung dieser ehemals von den Etruskern bewohnten Gebieten überquert hatte, weil es die Süße der hier angebauten Produkte, insbesondere des Weins, damals eine neue Köstlichkeit, so sehr schätzte.

Eher einer Legende nach kam der Wein durch Arrunte, einen Mann aus Chiusi nach Gallien. Er war aufgebracht weil der “Lucumone”, eine Art etruskischer König, dessen Leibwächter er war, seine Frau verführt hatte, als dann die Gallier die Alpen überquerten, freundete er sich mit ihnen an, versprach sie in das Land des Weins zu führen und überzeugte sie aus Rache die Stadt anzugreifen.

Die Römer ließen sich diese reiche und schöne Gegend aber nicht entgehen und ab dem 2. Jahrhundert vor Christus gehörte sie zu ihrem Expansionsbereich.

Mit ihrer auf Straßenbau und rationeller Bodennutzung bei Wald- und Landwirtschaft basierenden effizienten Organisation gaben die Römer der lokalen Wirtschaft starke Impulse, die zu Aufschwung und Wohlstand führten.

Als Anfang des Mittelalters der Abstieg des Römischen Imperiums begann, litt diese Gegend wenig darunter, denn die zu erfahrenen Bauern, Winzern, Förstern und Handwerkern gewordene Bölkerung zog weiterhin Nutzen aus der Landwirtschaft und den gepflegten Wäldern.

Zeugen dafür stehen im städtischen Diözese-Museum von Montalcino: eine in Italien einzigartige Sammlung mit 52 zwischen 1200 und 1300 in der Gegend hergestellten Majolika-Krügen.

Im Panorama der frühgeschichtlichen Majolika Mittelitaliens, haben die Krüge von Montalcino eine besondere Bedeutung, diese Alltagsgegenstände zeichnen sich durch ihre Verzierungen mit geometrischen Formen und eigenwilligen, monströsen Figuren aus, die nicht ohne eine gewissen Ironie sind.

Im 17. Jahrhundert schrieb der bedeutende Arzt, Naturalist und Dichter Francesco Redi zur Lobpreisung seiner Region den berühmten Dithyrambus “Bacco in Toscana” (1685), der über die Grenzen Italiens hinaus bekannt wurde.

Es wird erzählt, dass Wilhelm III, König von Schottland, England und Irland, in den Besitz dieses Schriftstücks gelangt, extra eine Delegation in das Großherzogtum Toskana schickt, um die so besungenen Weine an den englischen Hof zu holen, besonders den Moscadello di Montalcino.

Seitdem ging die Geschichte dieses Weins, zu dem im Laufe der Zeit neue Sorten hinzu kamen, von Erfolg zu Erfolg, unter Lobpreisungen von Experten aus aller Welt.

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